Remailer
From: Alfred Ruppert <Ali.Ruppert@t-online.de>
Subject: Re: Harrassing Mail
Newsgroups: t-online.talk.usenet,t-online.talk.allgemein
Followup-To: t-online.talk.allgemein
Message-ID: <9ldjqp.3vub7ej.1@Ali.Ruppert.dialin.t-online.de>
Stephan Bumberger meinte:
>Nomen Nescio:
>^^^^^^^^^^^^ Tse.
<kicher>
>>-------- Kopie einer "freundlichen" Mail ---------
>Ich brachte das zunächst gar nicht in Verbindung mit einem Posting in
>totu, aber nun werde ich latürnich hellhörig.
Du darfst durchaus noch etwas hellhöriger werden (vollständiger Header
latürnich vorhanden):
|>From: Nomen Nescio <nobody@dizum.com>
|>Comments: This message did not originate from the Sender address above.
|> It was remailed automatically by anonymizing remailer software.
|> Please report problems or inappropriate use to the
|> remailer administrator at <abuse@dizum.com>.
|>To: Ali.Ruppert@t-online.de
|>Message-ID: <7ac10a4c740d3d04ef16a2c4d0b569fe@dizum.com>
|>Date: Wed, 15 Aug 2001 02:50:27 +0200 (CEST)
|>Sender: remailer@dizum.com
|>Du solltest einfach Dein Maul halten, Du armer Pisser!
Tja... Was gehört es doch an Mut und Selbstbewußtsein dazu, sich hinter
einem Anon-Remailer zu verstecken. Ich bewundere aufrichtig die
Charakterstärke unseres literarisch bewanderten Schreibers, trotz
Repressalien seitens des NSA, der BÄKO, der CIA, der Teamies, des
Mossad, N'drangheta, Oettinger-Bräu und des TÜV (um nur die Wichtigsten
zu nennen) mir diese für uns alle wichtige und überraschende Erkenntnis
mitzuteilen.
Ohne unseren hoffnungsvollen Nachwuchsautor möglicherweise ("Bist ja
bloß ein alter Aff!" Schießlmüller, a.a.O.) seiner letzten Hoffnung zu
berauben scheint es mir doch angebracht darauf hinzuweisen, daß unser
erfolgloser Absolvent der Baumschule Effeltrich hier anscheinend
grundlegende Defizite beim Verständnis verschiedener
Kommunikationsmedien aufweist.
Zuvörderst stellt sich die Frage, ob denn ein "einfach(es) Dein Maul
halten" meinerseits ihm letztendlich wirklich *die* Befriedigung,
*diesen* Kick, gar einen (*den?* - gar *finalen?*) Adrenalinstoß zu geben
vermöchte; ist die Summe des Usenet doch seit je her eher von Schrift
als von Lautstärke geprägt.
Auch seine abschließende Bemerkung des "finanziell minderbemittelten
Wasserlassenden" ist von Widerspruch und innerer Zerrissenheit geprägt.
Ohne den pekuniären Aspekt zu vernachlässigen, möge die geneigte
Leserschaft mit mir geistig in folgendes, in diesen Tagen ja nicht
unübliches, Szenario eintauchen: Autobahn, Stau, Hitze (da es ja
unbedingt der stärkere Motor sein mußte, hat es für die Klimaanlage nicht
mehr gelangt); der Mineralwasserverbrauch erreicht ungeahnte Höhen.
Dann, zuerst fast unbemerkt, fein ziehend bis milde drückend, stellt
sich diese körperliche Erfahrung ein, die wir alle nur zu gut kennen und
fürchten: Mag das Fassungsvermögen der Blase noch so erreicht sein:
_Hier_ gibt es keine Möglichkeit, diesem urzeitlichen Drang ohne Erregung
öffentlichen Ärgernisses nachzugeben. Ist *das* der Grund, warum unsere
holländischen Freunde (Schwarze Schrift auf gelbem Grund: Halte Abstand!
Bleib' gesund!) so häufig mit einem Wohnwagen reisen? Sie, als
Küstenbewohner, kennen die Gefahren des Wassers in all seinen
Variationen?
Schließlich, nach subjektiv wochenlangen Qualen erfolgt der finale
Härtetest in der Warteschlange vor dem endlich erreichten
Toilettenhäuschen. Mit verkniffenem Gesicht und chiropraktisch
bedenklich verbogen zu guter Letzt der Gang auf die frei gewordene
Toilette, um dann... wohl niemand wird wissentlich behaupten wollen, daß
dieses "Aaaaaaaaaaaaaah!" - Gefühl der wohligen Erleichterung von egal
welcher Summe egal welcher Währung dieser Welt aufgewogen werden kann.
Ist es da wirklich gerechtfertigt, von einem "armen" Urinierenden zu
sprechen? Oder hat Eckhard Henscheid hier schon vor 25 Jahren zurecht
"die allgemeine zeitgenössische Insuffizienz und Flegelhaftigkeit"
bemängelt?
Werden wir von dem uns schon lieb gewordenen unbekannten Autor jemals
nähere Erläuterungen erhalten?
Oder hätte ich, um nochmals den großartigen Eckhard Henscheid zu
zitieren, doch eher souverän und abgeklärt wie Moppel reagieren sollen:
" »Halt dein Maul, du blödganzganze Sausau, dich!« antwortete ich kühl
lächelnd und registrierte erstaunt, daß noch im gleichen Augenblick der
fast körperliche Druck der Enttäuschung über <...> ein wenig zu weichen
begann."
Ali
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